Zuständigkeitsübertragung

Das Kindergeld geht in die Hände des Ministeriums über

Ab dem 1. Januar übernimmt der Fachbereich Familie und Soziales im Kaperberg 6 in Eupen das Ruder. Dort bearbeitet und verwaltet das Team Familienleistungen zukünftig Ihre Kindergeldakte. Was das konkret für Ihre Familie bedeutet, lesen Sie hier.

Wenn die Silvesterkorken für 2019 knallen, übernimmt die Deutschsprachige Gemeinschaft die Verwaltung und Auszahlung des Kindergeldes und die Geburts-/Adoptionsprämie. In Ostbelgien betrifft dies über 14.000 Kinder. Und wir sprechen immerhin von rund 35 Millionen Euro.

Die guten Nachrichten direkt zu Beginn:

  • Wenn das neue System startet, erhält keine Familie mit der Zahlung im Februar weniger Geld - wenn überhaupt, kriegen Sie mehr.
  • Sie müssen nichts unternehmen: Ihre Kindergeldakte wird automatisch übertragen.

Wieso übernimmt die Deutschsprachige Gemeinschaft die sogenannten Familienleistungen?

Im Zuge der 6. Staatsreform wurde beschlossen, die Familienleistungen an die belgischen Gliedstaaten zu übertragen. Konkret betroffen sind

  • Flandern
  • die Wallonie
  • Region Brüssel
  • und wir als die Deutschsprachige Gemeinschaft

Ab Januar 2019 zahlen diese Gliedstaaten bis auf Brüssel die Familienleistungen eigenständig aus. Flandern und die Deutschsprachige Gemeinschaft aufgrund ihrer eigenen Gesetzesgrundlage.

Bestehende Akten werden nahtlos übernommen. Niemand muss erneut einen Antrag stellen.

Wie sieht das Konzept für Ostbelgien aus?

Das Kindergeld wird das Recht eines jeden Kindes. Also hat jedes Kind, das offiziell in der Deutschsprachigen Gemeinschaft lebt, automatisch Anrecht auf Kindergeld. Unabhängig davon, das wievielte Kind es ist, erhält jeder Jungspund denselben Basisbetrag.

Das Recht auf Kindergeld ist bis 18 Jahre bedingungslos. Für Kinder mit Beeinträchtigung gilt dies sogar, bis diese ihren 21. Geburtstag feiern.

Danach können erwachsene Kinder unter gewissen Bedingungen (z.B. Ausbildung) bis zum Alter vom 25 Jahren weiterhin finanziell unterstützt werden.

Wie geht der Übergang vom alten ins neue System von statten?

Die Deutschsprachige Gemeinschaft hat eine besonders faire und relativ schnelle Übergangsregelung entwickelt.

Wenn das neue System startet, erhält keine Familie weniger Geld. Die Übergangsregelung hält pro Empfänger den Kindergeld-Betrag fest, den er erhielt, bevor das neue System eingeführt wurde. Dieser festgehaltene Betrag wird nicht indexiert.

Der Kindergeld-Betrag ändert erst,

  • wenn dieser laut neuem System vorteilhafter für einen Empfänger ist, sprich höher
  • oder wenn die Anzahl der kindergeldberechtigten Kinder ändert, beispielsweise ein Baby kommt zur Welt oder ein Kind zieht aus und verlässt offiziell den Haushalt

Dann wechselt eine Familie automatisch und endgültig ins neue Kindergeld-System.

Ob der neue Betrag vorteilhafter ist, wird automatisch geprüft, wenn das neue System eingeführt wird. Auch nach dem Start berechnet das Ministerium dies immer wieder aufs Neue. Wenn etwa eine Familie, die den festgehaltenen Betrag erhält, plötzlich Anrecht auf den Sozialzuschlag bekommt und der neue Betrag dadurch vorteilhafter wird, erhält sie den neuen Betrag. Ein Wechsel zurück zum festgehaltenen Betrag ist nicht vorgesehen.

Wer der Empfänger im alten Kindergeld-System war, bleibt es auch im neuen. Das Kindergeld wird pro Empfänger berechnet und ausgezahlt.