Zwischenbilanz: erste Erfahrungswerte und Empfehlungen

Der Integrationsparcours: Was bisher in Ostbelgien geschah

Seit 2017 gibt es den sogenannten Integrationsparcours für Migranten, die in Ostbelgien Fuß fassen möchten. Wie rege benutzten diese den Parcours? Was lief gut? Was kann man verbessern? Lesen Sie alles zum ersten Fazit!

Was steckt hinter dem Integrationsparcours?

Dieser dient den Migranten als Kompass, der ihnen bei ihren ersten Schritten in unserer Gesellschaft die Richtung weist. Dafür durchlaufen die Migranten folgende Etappen:

  • Erstempfang: Bei der Eintragung bei der Gemeinde erhalten die Migranten erste Informationen über den Integrationsparcours und werden zu Info-Integration, dem zuständigen Dienst, orientiert. Bei Info-Integration werden die Migranten beraten und das Programm für den Integrationsparcours wird ausgearbeitet.

  • Sprach- und Integrationskurse: Hier gilt es, den Menschen die Sprache, aber auch die Rechte, Pflichten und Werte der Aufnahmegesellschaft anhand von Integrations- und Sprachkursen zu vermitteln.

  • Während des Parcours unterstützt Info-Integration die Migranten bei ihrer sozialen Integration und orientiert abschließend zu den zuständigen Diensten für die berufliche Integration.

Integrationsparcours_Schema
Integrationsparcours

Wie viele Personen haben diesen Weg bereits beschritten?

815 Dossiers wurden 2017 und 2018 eröffnet (Stand: 1/2/2019).

360 Personen nehmen zurzeit aktiv teil. Die Nachfrage ist hoch, auch auf freiwilliger Basis. Nur 35 Personen nehmen teil, weil das Gesetz sie dazu verpflichtet.

155 Personen haben den Integrationsparcours erfolgreich beendet und lediglich 13 Migranten von den 815 haben abgebrochen, weil es an Motivation fehlte. Andere mussten den Integrationsparcours abrechen, weil die Gesundheit nicht mitmachte oder weil sie Ostbelgien verlassen haben.

Ist der Parcours erfolgreich?

Die Partner sagen ja. Dazu gehören Info-Integration, die Sprach- und Integrationskursanbieter.

Beim Integrationsparcours handelt sich um ein niederschwelliges und kostenloses Angebot, das viele Migranten gerne in Anspruch nehmen. Es hilft den Zugezogenen, sich in unserer Gesellschaft besser zu Recht zu finden und begleitet sie bei ihren ersten Schritten in Ostbelgien.

Viele Migranten sprechen nun schon Deutsch auf Niveau A2 laut dem gemeinsamen europäischen Referenzrahmen. Ohne die entsprechenden Angebote wäre die Integration mit diesen Erfolgen nicht umsetzbar. Dies ist auch der Kinderanimation zu verdanken, von der viele Personen profitieren und dank der die Warteliste deutlich minimiert werden konnte.

Gemäß den Feedbackbögen, die am Ende eines Moduls von den Teilnehmern ausgefüllt werden, sind die Rückmeldungen zu den Kursen ebenfalls überwiegend positiv. Dazu ein Zitat aus einem Feedbackbogen vom Integrationskurs: „Der Kurs war sehr interessant und informativ, ich habe viel gelernt“.

Wie geht es in Zukunft weiter?

Der Bedarf für dieses Angebot ist weiterhin vorhanden und scheint auch in absehbarer Zukunft nicht zurückzugehen. Die Akteure sind im unermüdlichen Einsatz, um das Angebot so bedarfsgerecht und optimal wie möglich zu gestalten.

Schlussendlich handelt es sich um ein noch relativ neues Angebot. Jedoch hat es sich bereits jetzt zu einem unverzichtbaren und effizienten Instrument für eine erfolgreiche Integration entwickelt.

Der erste Schritt auf dem Weg zu einer gelungenen Integration ist gemacht. Um auch die Arbeitsmarktintegration zu ermöglichen, wird die Entwicklung von Folgeangeboten nach dem Integrationsparcours empfohlen.