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Paten- oder Bereitschaftspflegefamilie werden

Der Pflegefamiliendienst sucht Familien, die Kinder bei sich aufnehmen. Aktuell sind besonders Bereitschaftspflegefamilien und Patenfamilien für Kinder über 6 Jahre gefragt. Am 4. und 11.6. gibt es dazu unverbindliche Infoabende in St. Vith und Eupen.

Sara, 6 Monate alt, wird von den Nachbarn allein in der Wohnung ihrer jungen Mutter gefunden. Da die Mutter nicht erreichbar ist, wird Sara vorerst in einer Bereitschaftspflegefamilie untergebracht. In den nächsten Wochen wird überprüft, ob Sara wieder zu ihrer Mutter zurückkehren kann.

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Manchmal läuft das Familienleben sehr plötzlich aus dem Ruder. In solchen Situationen vermittelt der Pflegefamiliendienst die betroffenen Kinder kurzfristig und für eine begrenzte Dauer in Bereitschaftsfamilien.

In anderen Situationen ist es möglich, die Aufnahme der Kinder vorzubereiten:

Petra ist alleinerziehende Mutter von Leon (7) und Roman (5). Für eine Rückenoperation muss sie für drei Wochen ins Krankenhaus. In dieser Zeit werden Leon und Roman von einer Bereitschaftspflegefamilie betreut.

Bereitschaftspflege – was bedeutet das?

„In Bereitschaftspflegefamilien sollte mindestens eine Person sehr kurzfristig zur Verfügung stehen können und beruflich flexibel sein.“, erklärt Michael Mertens, Sozialarbeiter im Pflegefamiliendienst. „Ideal ist es, wenn diese Familien bereit wären, auch Geschwisterkinder aufzunehmen. So müssen diese in ihrer schwierigen Situation nicht getrennt werden.“ Während einer Bereitschaftspflege finden häufige Besuchskontakte mit den Eltern statt, um die Beziehung aufrecht zu erhalten. Eine solche Pflegschaft kann ein paar Tage dauern oder auch bis zu sechs Monaten.

„Ich wollte Familien, die in Notsituationen geraten sind, helfen, damit sie dann wieder mit ihren Kindern zusammenleben können.“, erklärt Renate, Bereitschaftspflegemutter von einem Geschwisterpaar. „Für mich im Kopf war immer klar: ‚Du bist Pflegefamilie und hilfst nur für eine gewisse Zeit‘. Meine eigenen vier Kinder habe ich bereits großgezogen, ich hatte kein Bedürfnis nach Kinderersatz.“

Patenschaft – was bedeutet das?

Patenschaften können eine Entlastung für die Eltern und eine außerfamiliäre Ressource für die Kinder sein. Patenfamilien nehmen Kinder am Wochenende oder in Ferienzeiten auf. Dies ermöglicht Eltern sowie Kindern eine kleine Auszeit und den Kindern neue Lernerfahrungen in einem anderen familiären Umfeld.

Der Pflegefamiliendienst informiert interessierte Familien oder Einzelpersonen unverbindlich durch Informationsabende in St. Vith und Eupen oder auf Anfrage.

In persönlichen Gesprächen und einem Seminar bereitet der Dienst die Bewerber auf ihre Rolle als Pflege- oder Patenfamilie vor.

Infoabende

Die Infoabende für interessierte Familien finden statt am:

  • Dienstag, 4. Juni 2019 um 19 Uhr im Dienstleistungszentrum St. Vith (Vennbahnstraße 4)

  • Dienstag, 11. Juni 2019 um 19 Uhr beim Pflegefamiliendienst in Eupen (Aachener Straße 62)

Pflegefamilien in Zahlen

 

Insgesamt werden in Ostbelgien aktuell 67 Kinder von Pflege- und Patenfamilien betreut: 54 Kinder leben langfristig in neuen Familien, 3 Kinder befinden sich in Bereitschaftspflege und 10 werden von Paten betreut.