Kinder mit einer Beeinträchtigung

Das ist neu ab dem 01.08.2020!

Achtung Neuerung! Kinder mit erhöhtem Kindergeld aufgrund von Beeinträchtigung haben künftig ab 18 Jahren Anspruch auf eine Beihilfe zur Ersetzung des Einkommens (BEE) und/oder eine Eingliederungsbeihilfe (EB). Hier erhalten Sie die nötigen Infos.

Mit der Übernahme des Kindergeldes hat die Deutschsprachige Gemeinschaft an der bewährten föderalen Praxis für Kinder mit einer Beeinträchtigung kaum etwas geändert.

Wie stelle ich einen Antrag?

Seit Januar 2019 sind alle Anträge auf Feststellung einer Beeinträchtigung beim Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft zu stellen. Das Ministerium nimmt anschließend Kontakt mit dem Föderalen Öffentlichen Dienst (FÖD) Soziale Sicherheit auf, von wo die Familien alle wichtigen Unterlagen für das weitere Verfahren beziehen.

Die Eltern können dem Amt ihre Situation detailliert schildern und wie die Beeinträchtigung ihres Kindes den Alltag der Familie mitprägt. Ein Arzt muss einen ärztlichen Fragebogen ausfüllen, dem auch weitere medizinische oder andere therapeutisch-relevante Berichte beigefügt werden dürfen. Diese Daten können für die spätere amtsärztliche Untersuchung wichtig sein.

Der FÖD legt am Ende ein Ergebnis in Punkten fest, das sowohl Aufschluss über die Auswirkungen der Beeinträchtigung bezüglich der körperlichen und geistigen Fähigkeiten des Kindes als auch über dessen Fähigkeit zur Teilhabe am sozialen und familiären Leben gibt.

Wann erhält mein Kind einen Zuschlag?

Das Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft wird bei tatsächlicher Feststellung einer Einschränkung für das Kind zum Basiskindergeld noch einen separaten Zuschlag gewähren. Der Zuschlag ist abhängig von:

  • der für das Kind bestimmten Kategorie
  • dem Schweregrad seiner Beeinträchtigung.

Den Zuschlag erhält das Kind bis es maximal 21 Jahre alt ist. Insgesamt gibt es 7 Kategorien: Der Zuschlag kann von 86,42€ bis zu 570,39€ pro Monat variieren, je nach festgestellter Selbstständigkeit des Kindes.

Was ist neu?

Kürzlich wurde eine wichtige Veränderung veranlasst: Auch wenn ein Kind erhöhtes Kindergeld aufgrund von einer Beeinträchtigung erhält und nun 18 Jahre wird, könnte es künftig auch Anspruch auf eine Beihilfe zur Ersetzung des Einkommens (BEE) und/oder eine Eingliederungsbeihilfe (EB) haben. Vorher musste das Kind hierfür mindestens 21 Jahre alt sein.

Die Kindergeldgesetzgebung in Ostbelgien (Dekret und Erlass Familienleistungen) verhält sich völlig neutral zu dieser neuen Regelung: Die Leistungen (erhöhtes Kindergeld und BEE/EB) sind für Kinder zwischen 18 und 21 kumulierbar. Der Anspruch auf eine BEE/EB besteht frühestens ab dem Monat nach dem 18. Geburtstag eines Kindes, aber nie vor dem 1. August 2020.

Wie kann ich die BEE und EB beantragen?

Die BEE und EB können über die Anwendung My Handicap mittels eID auf der Internetseite des Föderalen öffentlichen Dienstes Soziale Sicherheit beantragt werden. Die Internetseite finden Sie in den weiterführenden Links. Ein Elternteil oder Vormund eines Kindes, das noch keine 18 Jahre ist, kann sich mit der eigenen eID als gesetzlicher Vertreter des Kindes anmelden, wofür ein Zugang für My Handicap per E-Mail an MandateMyHandicap@minsoc.fed.be beantragt wird.

Ein Vollmachtsformular über die Internetseite in den weiterführenden Links können Eltern nutzen, die nicht mit ihrem Kind zusammenleben. Nahestehende Personen (Nachbar, Bekannter ...) und professionelle Begleiter (Gemeinde, ÖSHZ, Sozialarbeiter ...) können ggf. bevollmächtigt werden, den Fragebogen auszufüllen oder dabei zu Rate gezogen werden. Mehr Infos erhalten Sie in den weiterführenden Links.