Pilotprojekt TRADUKO ist gestartet

Erster sozialer Übersetzerdienst in der Deutschsprachigen Gemeinschaft

Informationen einholen, Anmeldung in Sportvereinen, notwendige Behördengänge – all das bedingt eine Kenntnis der deutschen Sprache. Wenn diese nicht oder nur unzureichend gegeben ist, helfen die Übersetzer von TRADUKO.

Menschen aus verschiedenen Kulturen, Sprachkreisen und Weltanschauungen begegnen einander, tauschen sich aus und kommunizieren. An diesem Schnittpunkt setzt das TRADUKO-Projekt an und baut Brücken, verbindet und vermittelt, überschreitet Sprachengrenzen und hilft bei der Verständigung.

Was beinhaltet das Projekt?

Das Pilotprojekt startete am 1. Februar 2021 und ist beim Referenzzentrum Info Integration angesiedelt. Der soziale Übersetzerdienst TRADUKO versteht sich als Brücke zwischen Menschen aus anderen Sprachkreisen und den verschiedensten Dienststellen in Ostbelgien. Die Übersetzerdienste befassen sich vorerst nur mit mündlichen Übersetzungen. Das Angebot beinhaltet Übersetzungen:

  • vor Ort
  • telefonisch
  • als Videokonferenz

An wen richtet sich der soziale Übersetzerdienst?

  • die sozialen Einrichtungen
  • Gesundheitseinrichtungen
  • Schulen
  • öffentliche Behörden

Dieses Angebot ist kostenlos außer für Anwälte in der Deutschsprachigen Gemeinschaft.

Integrationsparcours in der Deutschsprachigen Gemeinschaft

Seit 1980 ist die Deutschsprachige Gemeinschaft für den Integrationsbereich zuständig. Im Jahr 2018 hat man den verpflichtenden Integrationsparcours eingeführt. Seit diesem Integrationsparcours besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Roten Kreuz und dem Fachbereich Familie und Soziales des Ministeriums der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Das hatte zur Folge, dass die Notwendigkeit eines Übersetzerdienstes festgestellt wurde, vor allem wegen der bisherigen Vorgehensweise über den frankophonen Übersetzerdienst SeTIS.

Bestandsaufnahme stellt Bedarf fest

Um die Notwendigkeit eines solchen Dienstes festzustellen, hat man letztes Jahr eine Bestandsaufnahme durchgeführt. Diese Bestandsaufnahme ergab, dass es den größten Bedarf an den drei folgenden Sprachen gibt:

  • Arabisch
  • Türkisch
  • Russisch

Wie geht es weiter?

Durch die Bezuschussung der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft von maximal 80.000 Euro im Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 konnte TRADUKO umgesetzt werden.

Nach dem Pilotjahr wird eine erste Analyse durchgeführt, ob der soziale Übersetzerdienst weitergeführt oder das Angebot auch erweitert wird.

Info-Integration ist das Referenzzentrum im Bereich Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in Ostbelgien. Im Rahmen des Integrationsparcours ist es Dreh- und Angelpunkt. Außerdem ist die Einrichtung zuständig für die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und berät in Fragen zum Thema Aufenthaltsrecht.