Auslandsadoption: Kulturelle und rechtliche Unterschiede beachten

Auslandsadoptionen stellen besondere Anforderungen an die Adoptiveltern. Sie müssen kulturelle Unterschiede und verschiedene rechtliche Rahmenbedingungen beachten.

Hier spielt die Hilfe der ZBGA eine um so wichtigere Rolle. Die Zentrale Behörde der Gemeinschaft für Adoption greift den Kandidaten unter die Arme, um sich gut vorzubereiten. Der Dienst begleitet sie Schritt für Schritt dabei, die Adoption durchzuführen. Ein wichtiges Ziel in diesem komplexen Verfahren ist, ein positives Befähigungsurteil durch das Familiengericht zu erhalten.

Was ist eine internationale Adoption?

 

Als international gilt, kurz gesagt, jede Adoption, für die das Kind länderübergreifend den Ort wechselt. Unterschieden wird bei Adoptionen aus dem Ausland zwischen Vertragsstaaten des „Haager Adoptionsabkommens“ und Nichtvertragsstaaten.

 

Das Abkommen bekämpft Missbräuche wie Erpressung, Kinderhandel und Korruption. Belgien ist Vertragsstaat - somit auch die Deutschsprachige Gemeinschaft.

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Um ein Adoptionskind vermittelt zu kriegen, müssen sich werdende Adoptiveltern in der Deutschsprachigen Gemeinschaft an Dienste in der Französischen Gemeinschaft wenden. Hier hilft die ZBGA bei der Auswahl und stellt Übersetzer zur Verfügung.

Die wichtigsten Länder, mit denen die dort anerkannten Adoptionsvermittlungsdienste zusammenarbeiten, sind Südafrika, Kolumbien, Indien, Russland und die Philippinen.

Die ZBGA hilft auf dem Weg zur Auslandsadoption

Grafik Inlands- und Auslandadaption
 

Auch die internationale Adoption beginnt mit einem persönlichen Informationsgespräch in der ZBGA. Dann folgt die Einschreibung.

Ein Seminar bereitet die angehenden Adoptionskandidaten auf die Adoption vor. Das Ministerium organisiert dieses gemeinsam mit dem Adoptionsvermittlungsdienst der Städteregion Aachen.

Wenn das Seminar endet, erhalten alle eine Teilnahmebescheinigung. Um ein Befähigungsurteil zu erhalten, wird nun ein Antrag beim Familiengericht gestellt.

Die ZBGA führt eine Sozialuntersuchung durch und überprüft soziale, medizinische und psychologische Aspekte. Nach Anhörung ergeht das Befähigungsurteil.

Mit einem geeigneten Adoptionsvermittlungsdienst kann jetzt ein Adoptionsprojekt erarbeitet und im besten Fall ein Vertrag abgeschlossen werden. Die Wartezeit ist unterschiedlich lang.

Wenn die Kandidaten den ersehnten Kindervorschlag bekommen, reisen sie mindestens einmal in das Heimatland des Kindes. Auch die Adoption selbst erfolgt meistens im Herkunftsland des Kindes.

Sobald die Adoption vorläufig anerkannt wird, darf das Kind in Belgien einreisen. Auch nach der Adoption betreuen die Mitarbeiter der ZBGA die Adoptivfamilien, wenn diese es wünschen.

Darüber hinaus organisiert die ZBGA die Austauschabende für Adoptivfamilien in St. Vith und Eupen. Weitere Angebote der Adoptionsbehörde sind Elternabende, Fachtagungen und Themennachmittage.